Falls Du erst einmal wissen willst, wo das überhaupt liegt - bitte:

Infos zur Stadt findest Du hier und da.

 

Ich will dir nix verkaufen, sondern ein beispiel vorstellen


Brandenburg kannst Du lieben wegen

- der vielen Seeen und der Natur

- der romantischen, historisch interessanten, aber übersichtlichen Altstadt mit vielen Baudenkmälern

- weil Berlin City eine Bahnstunde weit entfernt liegt

- wegen der vielen leer stehenden Geschäfte und Wohnungen ergo Möglichkeiten

- der Menschen, die aus fernen Ländern zu uns kamen, und die im Straßenbild präsent sind,

- der Menschen hier.

oder ganz scheußlich finden 

- weil die Lebensweise hier recht provinziell und (klein)bürgerlich geprägt ist

- weil ab 20 Uhr die Nachtbusse nur noch ein mal stündlich fahren

- weil Berlin City eine Bahnstunde weit entfernt liegt

- wegen der vielen leer stehenden Geschäfte und Wohnungen

- der Menschen, die aus fernen Ländern zu uns kamen (kaum 4% der Gesamtbevölkerung)

- wegen der vielen Plattenbauten in den Außenbezirken, wo am abend auch nix los ist. 

- wegen der bescheidenen Unterhaltungs-möglichkeiten. Versuche mal, spontan das Tanzbein zu schwingen,  wenn Du nicht Teenie oder Student bist und mal wieder Tränen in den Augen brauchst... Tanzschulen gibt's. Tanzen musst Du im Verein oder woanders.

Außer in Hohenstücken. Angeblich gibt es ganz in meiner Nähe eine Tanzbar, die Sa von 22 - 2 Uhr öffnet. Da war ich aber noch nicht.

- weil hier viele nicht begüterte Menschen leben.

- wegen der Menschen hier.

 


Viertel wie Hohenstücken gibt es im Osten Deutschlands einige mehr. Darüber habe ich keine Infos.

Mit Sicherheit gibt es einige bedeutend trostlosere Gegenden.

Warum die zärtliche Nachbarschaft in Brandenburg-Hohenstücken relativ leicht realisierbar ist

 Das ist ein Ausschnitt von Hohenstücken. Da stehen bei einer Wohnungsgenossenschaft im abgebildeten Areal bestimmt 100 Wohnungen leer.

Natürlich wohne ich lieber in einer charmanten Wohnung.  Das sind die  hier ganz bestimmt nicht, weil äußerlich triste Plattenbauten der 80er Jahre mit Handtuchbalkonen und 1-4 Zimmern. Immerhin gibt es fast an jeder Wohnung Balkone.  Die Häuser sind 4einhalb Stockwerke hoch, haben 10 Mietparteien. Zwischen den Blöcken ist relativ viel grüner Raum, Kinderspiel- und Sportplätze.

Gelebte Inhalte sind mir wichtiger als "schön"

Ich wohne im nördlichen Teil der oben abgebildeten Gegend. Bis zum Supermarkt gehe ich 25 Meter, bis zur Straßenbahn 50; ich bin nicht so gut zu Fuß. Bis zur Innenstadt fährt die TRAM 15, bis zum Bahnhof 20 Minuten. Parkplätze gibt es genügend.

In meiner unmittelbaren Umgebung zählte ich im Januar 2017 ca.  40 Wohnungen ohne Gardinen, viele davon im dritten und vierten Stock. Aufzüge gibt es zurzeit noch nicht und sind (noch) nicht in Planung. Aber es sind auch barrierearme Wohnungen im EG frei.

btw: hinter der bunten Balkonverkleidung wohne ich. Brauche halt Privatsphäre :-)

Hier zählte ich ich bei einem Rundgang die erwähnten 40 Wohnungen ohne Gardinen.

das Problem

Interessant: meine subjektive Beobachtung, eher ein Gefühl, stimmt mit der Statistik nicht überein. Der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung beträgt in Brandenburg an der Havel 39,86%, in der Bundesrepublik Deutschland 37,95%. Wie das mit einer bekannterweise geschönten Arbeitslosenquote von 10,3% in Brandenburg/Havel zusammengeht, ist mir unklar.

 

Zurück zum Problem. Besser: die Herausforderung, wie Manager lieber sagen: keine Jobs.

Wer einen will, muss einen mitbringen oder sich hier einen schnitzen; Gewerbeimmobilien stehen massenweise leer. Die Alternative: bis nach Potsdam oder Berlin fahren. Machbar, aber teuer (Fahrtweg) und zeitaufwändig.

 

Ansonsten gibt es hier vmtl. mehr Arbeitslose als Jobs.  Das ist natürlich maßlos übertrieben, aber das mache ich manchmal, um etwas zu verdeutlichen.

Wer einen Job sucht, kommt deshalb nicht hierher. Und wer einen hat, erst recht nicht.

 

Hier wächst die Provinzmetropole der Rentner, der Arbeitslosen,  der Aussteiger, der Armen. Beste Chancen für ein mittelfristiges Bevölkerungswachstum und Beschäftigungsmöglichkeiten in ehrenamtlichen Aufgaben. Besonders dann, wenn das bedingungslose Grundeinkommen eingeführt wird, könnten die Wohnungen wieder knapp werden ;-).

Wer nichts zu verlieren hat, kann das genauso gut hier in einer relativ romantischen, komfortablen und preiswerten Umgebung tun.

 

 

Aber bitte: in welcher Ostprovinz ist das anders?

Und: in welchem charmanten Viertel Deutschlands sind so viele auch im Alter noch bezahlbare Wohnungen möglichst eines Vermieters frei, dass eine Nachbarschaft  mit 10+X Menschen starten kann und etwas Raum hat zum Wachsen?

Wer solche Viertel kennt, ist herzlich eingeladen, eine substanzielle Recherche zu erstellen - ich werde sie hier gerne als weiteres Beispiel online stellen.

 

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Weitere Impressionen von Hohenstücken, Brandenburg an der Havel und der näheren Natur, die allesamt viel positiver sind als meine zum Teil harten Worte findest Du hier: