Alles wächst aus dem, was wir freiwillig tun, ohne eine Gegenleistung oder ein bestimmtes Ergebnis zu erwarten.

 

Mehrere Menschen leben in einem Haus, einem Häuserblock, wenige Fuß- oder Fahrradminuten von einander entfernt als Single oder in Wohngemeinschaften.

 

Diese Menschen wünschen sich, dass zärtliche, sinnliche Berührungen und intime Begegnungen in Gespräch und Körperkontakt als Ausdruck ihres Menschseins willkommen, erwünscht und alltäglich sind.

 

Sie möchten in Alter und evtl. Krankheit auch mit diesen Bedürfnissen weitgehend unabhängig und willkommen sein, ohne einzelne/andere Menschen unangemessen zu überfordern.

 

Sie freuen sich über die relativ hohe Unabhängigkeit in räumlicher Nähe, die leichte Besuchbarkeit, die vielen innigen Gespräche, die eben nur im Alltag möglich sind, das spontane sich-in-den-Arm-nehmen-können. Einfach da sein, trösten, lachen, weinen, diskutieren, Freude teilen, sinnlich und lustvoll miteinander zu sein. Helfen, wo es Freude macht und/oder nötig und möglich ist. Alles, was eben geschieht, wenn Menschen sich mögen, und was uns zu liebevollen Menschen macht. Wir sind mehr oder weniger gute Bekannte, FreundInnen mit oder ohne „+“, Geliebte, Partner, was immer.

 

Jeder ist für seine eigene Wohnung, Finanzen, Ressourcen, Infrastruktur, den Umgang mit den eigenen Gefühlen etc. selbst verantwortlich. Er kann sich Austausch und Unterstützung wünschen und ist sich bewusst, dass er möglicherweise nicht immer bekommt, was er sich wünscht.

 

Niemand wird außer durch seinen freien Willen zu irgendwelchen Leistungen an eine wie auch immer geartete "Gemeinschaft" verpflichtet. Eine Organisation, die sich für alle(s) zuständig oder verantwortlich fühlt, gibt es zunächst nicht, und später nur, wenn Nachbarn sich das wünschen und das Nötige dafür tun.

 

Was sich daraus entwickelt, werden wir sehen. Vlt gibt es gemeinsame Unternehmungen, eine gemeinsam finanzierte und gepflegte Wohnung für Veranstaltungen, oder (nur) gegenseitige Besuche, wer weiß. Wertvolle Anregungen für gelungene Nachbarschaftsinitiativen auf vielen Ebenen außerhalb von Zärtlichkeit und Sexualität gibt es hier in Hülle und Fülle.

 

Schön wäre, wenn wir offen für alle friedlichen Menschen bleiben, und uns so wenig wie möglich abgrenzen.

Wo könnte das lebbar sein? Ein Beispiel findet Ihr hier, andere könnt Ihr gerne selbst vorschlagen. Gerne werde ich sie auch hier veröffentlichen.