Mein Name ist Tom, Jahrgang 1958. Seit Mitte 2016 lebe ich allein im Vorruhestand in der Havelstadt Brandenburg. Hier und dem Raum Berlin fühle ich mich aufgrund persönlicher Bindungen zu Hause. Ich habe Kanten, Rundungen und Handicaps und arbeite gerade daran, dass mein Gewicht zu meiner Körpergröße von fast 2m passt :-). 

Und an dieser Idee, die mich seit 2007 bewegt.

 

Geboren in Bonn, aufgewachsen in Trier, dort und in Mainz berufstätig gewesen, kam ich damals nach zwei beendeten Ehen nach Berlin und entdeckte nicht nur meine Sexualität, sondern auch die  Möglichkeit, einvernehmlich in mehr als einer Liebesbeziehung zur gleichen Zeit zu leben, also polyamor. Aber nicht auf eine dogmatische Art.

 

Seitdem möchte ich in liebevoller Nachbarschaft zu Menschen wohnen, die sich in Zärtlichkeit und Körperkontakt näher stehen, als die gesellschaftliche Norm das  normalerweise vorsieht. Nicht, was vlt mancher denken mag - dass jedermensch mit jedem, vielleicht noch unter Anleitung eines Gurus nach festgelegten Ritualen - Gott bewahre, nein.  Freiheit, Respekt, Wertschätzung und Vereinbarungen auf freiwilliger Basis sind unsere Leitgedanken.

 

Viele Erfahrungen, Beziehungsarbeit und persönliche Entscheidungen brachten mich heute da hin, wo ich in Gedanken 2007 schon einmal war: so gerne ich mit meinen Liebsten bin: ich brauche meine eigene Wohnung - ganz allein für mich, oder um Besuchern in Ruhe zu begegnen. Ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft kann mir nicht den Raum geben, den ich brauche.

In den letzten 10 Jahren habe ich viel über Beziehungen nachgedacht, mehr darüber erfahren und gelernt als in den 30 Jahren zuvor, und mich immer gefragt, warum ich spätestens nach 15 Jahren Allatgsbeziehung in einer Wohnung geflohen bin, obwohl ich mich durchaus als kommunikativ und belastbar empfinde.

 

Heute weiß ich: neben einer partnerschaftlichen Kommunikation ist es für mich das Wichtigste, nicht nur die Nähe, sondern auch die idealerweise für beide stimmige Distanz zu pflegen, woraus sich ein harmonisches Miteinander ergeben kann, ohne dass Respekt, Warmherzigkeit und Anziehungskraft durch viele kleine und große Alltagsreibereien verloren gehen. 

Das liegt natürlich in erster Linie an meiner Haltung zu Konflikten in einer Beziehung und meiner Frustrationstoleranz. Auch, wenn ich daran arbeiten kann: ich bin nicht fehlerlos und erleuchtet, und spätestens dann ist es ein Miteinander. Das passt mal mehr, mal weniger gut. Nicht alle Konflikte sind lösbar, und ich möchte nicht rund um die Uhr unbedingt alle Reize (er)tragen müssen und setzen, die sie triggern. 

 

Mal abgesehen davon, dass ich mich zuhause am wohlsten fühle und ziemlich reisefaul bin, fehlt mir die Nähe, wenn die Menschen, die ich mag, so weit weg wohnen, dass ich sie nicht mal spontan auf die Schnelle  besuchen kann, wenn sich z.B. während eines Telefonats abzeichnet, dass es jetzt schöner wäre, persönlich im Kontakt zu sein und sich in den Arm zu nehmen. 

 

Eine Unterstützung für diese Chance dazu sehe ich in einer Wohnform, die neben Einzelwohnung, Wohngemeinschaft und intentionaler Gemeinschaft liegt: zärtliche Nachbarschaft.  

So halte ich auch langjährige Beziehungen für realisierbar.

 

Die Vorteile einer lebendigen, solidarischen Nachbarschaft unter Menschen, die sich gut kennen, in Alltag und Notlagen brauche ich hier sicher nicht großartig zu beschreiben.

 

Beruflich habe ich viel mit Zahlen gearbeitet, und ich habe niemals in meinem Leben irgend etwas getan, was mich in besonderer Weise qualifizieren würde, solch ein Projekt zu "leiten". Ich habe am liebsten alleine und selbstverantwortlich gearbeitet - oder in einem Team, in dem es mit der gegenseitigen Zuarbeit wirklich flutschte.

Hoffen wir einfach, dass Menschen mit den passenden Kompetenzen uns finden, dass wir manches lernen können und den Rest dazukaufen können, falls erforderlich.

 

Was Ihr sonst noch von mir wissen möchtet und solltet, erfahrt Ihr, wenn Ihr mir schreibt oder mich besucht, so Ihr das wollt.